Schaubericht
Landesclubschau des LV Thüringen 2025 in Tannroda
Eine Herausforderung für den Club als auch für seine Züchter
Am 08. und 09. November fand in Bad Berka Tannroda die Landesclubschau des LV Thüringen und die offene Kreisschau des KV Ilmal statt. Es wurden insgesamt 1126 Tiere von Züchtern aus vier Landesverbänden gemeldet. Die Blauen Holicer auf der Landesclubschau waren mit 40 Tieren vertreten. Bewertet wurden die Blauen Holicer von einem Preisrichterteam bestehend aus zwei thüringischen, einem bayrischem und einem hessischen Preisrichter Kollegen. Die Bewertungen der Einzeltiere lagen zwischen 93,5 und 97,5 Punkten. Bei den Zuchtgruppen bewegten sich die Bewertungen zwischen 388,0 und 384,0 Punkten, wobei eine Große Gruppe der Zuchtgruppen bei 384,0 und 385,5 Punkten lagen. Acht der gezeigten Tiere erhielten das Prädikat vorzüglich, das sind 20 % der gemeldeten Tiere. Das ist eine Wahnsinnsquote und zeigt auch wie hoch der Zuchtstand dieser Rasse ist. Dem gegenüber stand lediglich ein Tier, das wegen einem schweren Fehler mit nicht befriedigend von der Bewertung ausgeschlossen werden musste. Den Titel des Landesclubmeisters sicherte sich Mario Gebhard mit sagenhaften 388,0 Punkten. Zudem stellte er mit einer mit 97,5 Punkten bewerteten Häsin das Siegertier. Die Tiere von Mario Gebhardt konnten in Körperform Typ und Bau, Kopf und Ohr und in der Deckfarbe sehr gefallen. Besonders die Typen und die Köpfe sowie die Ohren haben mir besonders bei seinen Tieren gefallen. Im folgte auf Rang zwei Knut Michael mit 386,5 Punkten. Auch er hatte tolle Köpfe und Ohren und prima Deckfarben. Die silberne ZDRK-Clubmedaille war hier der Lohn dafür. Auf Platz drei folgte Alexander Töppler mit 385,5 Punkten. Dafür erhielt er ein LVE Th. Mit 384,5 Punkten folgten Nils Ertelsberger, Christoph Gundel und Alexander Töppler. Zuchtgruppen, die mit 384,0 Punkten bewertet wurden, zeigten Stefan Möller, Heiko Semmel und Marko Werner.
Die Blauen Holicer in der Kritik:
In der Position 1 Gewicht wurden alle Tiere mit der vollen Punktzahl bewertet. Die Gewichte lagen zwischen 2800 und 3250 g. Die meisten Tiere lagen bei 2900 bis 3000 g. In der Position 2 Körperform, Typ und Bau lagen die Bewertungen zwischen 18,0 und 19,5 Punkten. Die Siegerhäsin von Mario Gebhardt wurde mit 19,5 Punkten herausgestellt. Der größte Teil der Tiere wurde mit 19,0 Punkten bewertet. Ein Tier musste wegen einer überwachsenen Flügelhaut von der Bewertung ausgeschlossen werden. Drei Tiere erhielten 18,0 Punkte. Grund war zweimal loses Brustfell und eckige Hinterpartie. Beim dritten Tier wurde „Beinwamme hinten“ vermerkt. Hier wäre das Prädikat nicht befriedigend richtig gewesen. Weiter vermerkt wurden leicht verjüngte Formen, leicht versteifte Blumenspitzen, etw. loses Brustfell und Rückenlinie knochig Wieder einmal wurden doch recht viele Tiere wegen einer eckigen Hinterpartie bestraft. Auch wurde bei vielen Tiere eine lose Fellhaut an der Brust festgestellt, obwohl es noch recht früh in der Schausaison war. Hier gilt es seitens der Züchter deutlich mehr darauf zu achten, denn gerade die eckige Hinterpartie wurde schon oftmals auf den großen Schauen auf den Bewertungsurkunden vermerkt. In der Position 3 Fellhaar lagen die Bewertungen zwischen 18,5 und 19,5 Punkten. Lediglich ein Tier wurde mit 19,5 Punkten herausgestellt worden. Hierbei handelte es sich um ein V-Tier aus der Zucht von Stefan Möller. Meiner Meinung nach waren einige Tiere mehr gezeigt worden, die man durchaus auch mit 19,5 Punkten in dieser Position hätte bewerten können. Kritikpunkte waren leicht lange Grannen, etw. wenig Struktur, zeigt Stirnbüschel, wenig Unterhaar, Hinterlauf dünn behaart, unterschiedliche Haarlänge am Kopf und etw. wenig Dichte. Sehr oft wurde etw. wenig Struktur vermerkt, was meist auf die leichte Haarung zurückzuführen ist. Tiere mit extrem stark ausgeprägtem Ohrensaum waren meiner Meinung nach nicht vorhanden. In der Position 4 Kopf und Ohr gibt es normalerweise nicht viel zu schreiben bei unseren Holicern. Hier in Tannroda muss ich leider etwas weiter ausholen. Die Bewertungen lagen zwischen 13,5 und 15,0 Punkten. Dreizehn der ausgestellten Tiere erhielten in dieser Position die volle Punktzahl in dieser Position. Ein Tier wurde mit 13,5 und zwei Tiere mit 14,0 Punkten bewertet. Die Köpfe konnten durchweg überzeugen, die Ohren waren meist stabil in der Struktur und wurden offen getragen. Bei einigen Tieren waren die Ohrenlängen schon recht kurz. Hier sind wir an dem Punkt, an dem ich weiter ausholen muss. Leider wurden zwei Tiere mit einer Ohrenlänge von 8,5 cm von der Bewertung ausgeschlossen. Bei dieser Ohrenlänge handelt es ich um das untere Maß, der geforderten Ohrenlänge, somit hätten diese Tiere nicht von der Bewertung ausgeschlossen werden dürfen. Es kam zu einer Nachbewertung, die als Ergebnis hatte, dass die Tiere in die Wertung kamen. Ein Tier wurde wegen einer Ohrenlänge von 8,5 cm mit 13,5 Punkten in dieser Position bewertet. Bei weiteren Tieren kam es auch schon bei einer Ohrenlänge von 9,0 cm zu Punktabzügen wegen der Ohrenlänge, was auch nicht korrekt ist. Die Beschreibung der Ohrenlänge im Deutschen Einheitsstandard ist eigentlich klar und verständlich, nur muss man auch manchmal darin lesen, dann lassen sich solche Fehler vermeiden. Diese teilweise merkwürdigen Bewertungen haben das ganze Bewertungsergebnis natürlich durcheinandergewirbelt. Bei allem Wirbel in dieser Position, fakt ist dass einige Tiere dabei waren, bei denen, die Ohrenlängen am unteren Maß der geforderten Ohrenlänge lag. Wenn man einen kurzen kompakten Typen hat, passt die Ohrlängen von 8,5 bis 9,0 cm aber zu dem Körper des Tiers. Bei einem Tier mit 3200 g, dass einen etwas größeren Typen verkörpert pass ein 8,5 cm Ohr natürlich nicht zum Typ des Tieres. Die Ohrenlänge sollte harmonisch zum Typ des Tieres sein. Vielleicht ist hier auch die Arbeitsgemeinschaft nochmal gefordert, um Veränderungen im Standard einzubringen. In der Position 5 Deckfarbe lagen die Bewertungen zwischen 14,0 und 15,0 Punkten. Fünf Tiere wurden mit der vollen Punktzahl bewertet. Diese Tiere kamen aus der Zucht von Nils Ertelsberg (2X), Michael Knut (2X) und Christoph Gundel. Als Fehler wurden vermerkt, weiß durchsetzte Deckfarbe, an den Flanken nicht fertig und Augenfarbe beachten. Hier ist allerdings zu beachten, dass eine graublaue Deckfarbe verlangt wird. Für mich waren beide Tiere nicht strafwürdig. Insgesamt waren viele tolle Deckfarben zu sehen, recht viele Tiere hatten eine wunderschön hellstahlblaue Deckfarbe. Aber es waren auch zahlreiche etwas dunkle Tiere dabei, wobei ich aber sagen möchte, dass keines der Tiere so dunkel war, dass es hier nicht hingehört hat. In der Position 6 Unterfarbe lagen die Bewertungen zwischen 13,5 und 15,0 Punkten. Wobei nur ein Tier mit 13,5 Punkten bewertet wurde. Bei diesem Tier ist allerdings der Punktabzug meiner Meinung nach etwas hoch ausgefallen. Im Großen und Ganzen waren keine großen Beanstandungen in der Position Unterfarbe festzustellen.
Fazit:
Für mich haben die Tiere von Mario Gebhardt und Michael Knut besonders herausgestochen. Sie zeigten sehr schöne Holicer Typen, prima Köpfe und Ohren sowie klasse Deckfarben. Beide haben zurecht vorne gestanden. Das haben die Kollegen richtig gesehen und das es ist auch wichtig, dass die Besten vorne stehen. Handwerkliche Fehler gab es in der Position 4 Kopf und Ohr, die eigentlich ganz leicht zu bewerten sein sollte. Damit hat sich das Gesamtbild der Bewertung noch einmal durchmischt. Gut fand ich, dass man fünf Tiere mit der vollen Punktzahl in der Position Deckfarbe herausgestellt hat, denn schließlich ist die „hellstahlblaue Deckfarbe“ ein Markenzeichen unserer Holicer.
Die Agra Hallen in Tannroda gaben der Schau eine klasse Bühne. Es ist halt ein großer Vorteil in den neuen Bundesländern, dass es solche Genossenschaftshallen gibt, die man dann auch zu einem recht günstigen Preis nutzen kann. Die Halle war bezüglich der Temperaturen optimal, die Tiere standen nicht zu warm und hatten somit das Stallklima, was sie auch von zu Hause kennen.
Die Schau hat unser Holicer Club Thüringen mit dem Kreisverband Ilmtal hervorragend ausgerichtet. Leider haben einige Züchter wieder einmal nur das Negative gesehen. Klar waren einige kleine Fehler dabei, allerdings keine große und schwer gravierende. Das Meckern ist eine Krankheit, die unsere Züchter in West und Ost vereinen. Aus dem Grund aufhören zu meckern und in zwei Jahren besser machen. Es war für den kleinen Holicer Club Thüringen eine riesige Herausforderung, die wir mit Bravour bestanden haben.